"Lotus"                                                   

                                             

"Shui Mo Hua"

Chinesische Tuschemalerei

 

Chinesische Tuschemalerei, in Japan als "Sumi - E" bekannt, ist ein ganz besonderes Handwerk mit Pinsel und Tusche auf Reispapier. Tuschemalerei bildet die Natur ab, aber nicht bis ins Detail. Sie konzentriert sich auf die wesentliche "Sprache" der Motive, auf die Struktur und das Empfinden des Malers. Diese Malerei ist nicht nach außen gerichtet, sie ist nicht laut und sie verzichtet auf viele "Worte". Tuschemalerei ist eine innere Malerei und  im besten Fall ist sie verbunden mit Himmel und Erde und dem Herzen des Malers. 

 

 

                                                                    

                                

Bambus, Orchidee, Chrysantheme und Essigpflaume (siehe oben) bilden  die Grundlage für alle Pflanzen in der Pinselführung. In China werden sie zu den "Vier Edlen"  gezählt, da sie nicht nur die vier Jahreszeiten, sondern auch besondere Charakterzüge des Menschen damit verbinden. Der "Tanz des Drachen", wie die Tuschemalerei in China genannt wird, kann mit diesen Motiven gut eingeübt werden. Feine, leichte Tusche in der Pinselspitze geführt wie bei der Orchidee oder breite, knorrige Linien des Essigpflaumenbaumes, die mit dem Pinselschaft gezogen werden, können jede Blume, jedes Gras, jeden  Baumstamm und viele andere Motive darstellen. Auch ein kleiner Vogel wird mit dieser Pinselführung gemalt, dabei spielen die Grauwerte eine große Rolle.

Die Grauabstufungen (Tusche wird mit Wasser vermischt) dienen dazu, um Lichter und Tiefe zu erzeugen. Doch das größte Licht, die Luft in der Darstellung, ist das weiße Papier ...

   

 

Die philosophische Bedeutung des leeren Blattes.

Aus chinesischer Sicht ist die Leere (in der das Dao wirkt) nicht wirklich leer, sondern sie ist aktiv und dynamisch und sie gilt als unmittelbar mit dem Kosmos verbunden. In der Leere existiert für die Chinesen das Qi (die Lebenskraft, der Lebensatem) mit seinem Yin - Yang - Paar und die leeren Stellen zwischen den Linien sollten vom Qi durchdrungen sein. Hört sich komplizierter an, als es ist.

Man kann es so übersetzen; Teile vom Papier, die leer sind deuten Licht, Luft, Nebel oder Wasser an und da alles in der Natur wandelbar ist, kann sich auch im Geist des Betrachters Nebel in Wasser, Licht in Luft wandeln. Manchmal hat man bei Tuschebildern das Gefühl, sie führen einen in die Leere. Sie lassen den Betrachter ausruhen, still werden und er hat die Möglichkeit der Leere zu folgen und an den Wandlungen teilzuhaben.

Man darf sich so eine leere Fläche in einem Bild als atmende, zirkulierende Kraft vorstellen, die den Betrachter auf eine Reise mitnimmt.

 

Aus: "Die wunderbare Welt der chinesischen Tuschelinie"

(Siehe Bücher)

 

  Farbe spielt in der Tuschemalerei nur eine untergeordnete Rolle, kann aber punktuell bei Blüten, Tierflügeln und in der Landschaftsmalerei eingesetzt werden. Möchte ich meinem Motiv mehr Stille geben, verzichte ich auf Farbe. Ist es mir aber wichtig, die Schönheit der Blüte sichtbar zu machen (siehe Lotos), benutze ich Farbe.

            

 

                        

Lotos

Eine Zauberin in den Wellen,

still und duftend ...

 

 

 

...liebevoll öffnet sie sich im Morgentau

 Kühl verschließt sie sich bei Sonnenuntergang ...

 

 

... verwurzelt im Schlamm, doch von markeloser Schönheit,

süß duftend im Wind über den Blättern.

Fan Cheng Dai

 

 

Berg der Götter

Tusche auf Reispapier

 

 

 

 

Tusche auf jap. Loktapapier

 


 

 

 

 

Tusche auf Loktapapier

 

 

Tusche und Farbe auf Reispapier

Diese Bilder sind aus meinem Archiv und nicht verkäuflich.

Und denken Sie bitte an mein Copyright. Abmalen immer gerne aber nicht elektronisch kopieren.

Das gilt für die gesamte Website.

Vielen Dank